Book Series Corpus Christianorum Continuatio Mediaevalis , vol. 308

Compilatio singularis exemplorum

Alexander Loose (ed)

  • Pages: cxl + 853 p.
  • Size:155 x 245 mm
  • Language(s):Latin
  • Publication Year:2021

  • € 495,00 EXCL. VAT RETAIL PRICE
  • ISBN: 978-2-503-59308-1
  • Hardback
  • Available


Kritische Edition einer spätmittelalterlichen Exempelsammlung

BIO

Alexander Loose ist Latinist und hat im Fach Mittel- und Neulatein an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg promoviert

Review(s)

"Eine mit großer Akribie und noch größerem Sachverstand erarbeitete Edition, die das Corpus der zur Verfügung stehenden (spät-)mittelalterlichen Exempelsammlungen entscheidend erweitert. Profitieren wird von ihr nicht allein die Predigtforschung, sondern jede Disziplin, in der kulturgeschichtliche Fragestellungen eine Rolle spielen. Tolle et lege." (Ralf Lützelschwab, in Sehepunkte, 03/2022)

Summary

Die Compilatio singularis exemplorum ist eine Exempelsammlung, die gegen Ende des 13. Jahrhundert von einem anonymen französischen Dominikaner zusammengestellt wurde. Sie enthält neben vielen auch anderweitig breit und variantenreich überlieferten Stoffen einiges sonst nur selten erhaltene oder gänzlich unbekannte Erzählgut. Zudem hebt sie sich von den meisten anderen Exempelsammlungen durch das ihr zugrundeliegende Gliederungsprinzip ab, welches sich an der Dreiteilung der mittelalterlichen Christenheit in Säkularklerus, Regularklerus und Laienstand orientiert: Streng hierarchisch geordnet, werden der Reihe nach Geschichten über die Mitglieder dieser drei Stände erzählt. Von den Päpsten bis hinab zu den Theologiestudenten, von den Äbten und Abtissinnen bis hinab zu den Laienbrüdern und Beginen, von den Kaisern und Königen bis hinab zu den gesellschaftlichen Randexistenzen wird vor uns das ganze Panoptikum der spätmittelalterlichen Gesellschaft entfaltet. Dem so entworfenen Abbild der Menschenwelt werden in den ersten Teilen der Sammlung eine Marienvita, zahlreiche Marienmirakel, Hostienwunder, Kreuzzugsgeschichte und einige Geschichten über die Engel vorangestellt. Lediglich der letzte, vermutlich sekundär hinzugefügte Teil der Sammlung weicht von der Gesamtkonzeption des Werkes ab. Er vereint in sich eine Liste altfranzösischer Sprichwörter nebst deren lateinischen Nachdichtungen, Proben der Vagantenpoesie des Hugo Primas und weitere Verse erbaulichen und unterhaltsamen Inhalts.

Der lateinische Text der Sammlung ist stellenweise von altfranzösischen Einsprengseln durchsetzt, die in einigen Fällen das Ausmaß kleinerer Gedichte erreichen. Er wird hier zum ersten Mal vollständig nach allen drei bekannten Überlieferungsträgern, Handschriften des 14. und 15. Jahrhunderts, kritisch herausgegeben.