Book Series Corpus Christianorum Continuatio Mediaevalis , vol. 272

Reinherus Paderbornensis, Magister Cunestabulus, Rogerus Herefordensis

Opera de computo saeculi duodecimi

Reinheri Paderbornensis computus emendatus, Magistri Cunestabuli computus, Rogeri Herefordensis computus

Alfred Lohr (ed)

  • Pages: 245 p.
  • Size:155 x 245 mm
  • Illustrations:17 b/w, 23 tables b/w.
  • Language(s):Latin, German
  • Publication Year:2016

  • € 195,00 EXCL. VAT RETAIL PRICE
  • ISBN: 978-2-503-56094-6
  • Hardback
  • Available


Drei bedeutende komputistische Schriften des 12. Jahrhunderts, die sich mit der arabischen Astronomie und dem jüdischen Kalender auseinander­setzen.

BIO

Alfred Lohr studierte Philosophie, Theologie, Mathematik, Physik und semitische Sprachen in Rom, Würzburg und Bristol. Abschluss als Diplom-Mathematiker. Beruflich als Abteilungsleiter im Rechenzentrum der Universität Freiburg i.Br. und als IT-Manager in der Schweizer Industrie (Ciba-Geigy, Novartis, IBM) tätig. Nach Pensionierung Studium der lateinischen Philologie des Mittelalters in Freiburg, mit Promotion abgeschlossen.

Review(s)

“(…) by making these texts available, he has furnished historians of medieval science with material of great interest and utility. No student of the medieval computus can neglect this book.” (Leofranc Holford-Strevens, in the Journal for the History of Astronomy, 47/4, 2016, p. 441)

“(…) L.’s editions deserve high praise. The texts he has delivered are important for the development of the computus and the exact sciences in the twelfth century. Now they are easily accessible for further research. The present three texts also clearly illustrate the cross-over of and interaction with new ideas from other cultures in this pivotal century.” (Philipp Roelli, in Mittellateinischen Jahrbuch, 51/3, 2016, p. 506)

Summary

In den siebziger Jahren des 12. Jahrhunderts sind in schneller Folge und unabhängig voneinander drei komputistische Schriften erschienen, die Zeugnisse großer Veränderungen in der Kalenderrechnung sind. Während Gerland im 11. Jahrhundert einerseits noch ganz auf Beda und Helperich basierte, andererseits aber bereits einen natürlichen Computus beschrieb, bei dem alle Mondmonate gleich lang sind, und die Jahresrechnung von Dionysius zu korrigieren versuchte, stand den neuen, hier edierten Autoren umfangreiches neues Wissen zur Verfügung. Dieses Wissen stammte vor allem aus der arabischen Astronomie, die durch eine fleißige Übersetzertätigkeit in Europa bekannt wurde, dann aber auch vom im 12. Jahrhundert aufkommenden Interesse für den jüdischen Kalender. Die drei Autoren verwenden die neuen Erkenntnisse auf sehr unterschiedliche Weise. Reinher von Paderborn zeigt die Fehler des überlieferten Kalenders auf und schlägt vor, für die Bestimmung des Ostertermins die jüdische Berechnung der Mondmonate zu verwenden. Ihm war freilich bewusst, dass dieser Vorschlag in der damaligen Kirche nicht durchzusetzen sein würde. Magister Cunestabulus, der wohl im Umfeld von Canterbury zuhause war, benutzte seine umfangreiche Kenntnis der arabischen Astronomie für eine innerkirchliche Auseinandersetzung. Sein Ziel war es primär, den kirchlich tradierten Kalender zu verteidigen und vor allem die Neuerungen Gerlands zu widerlegen. Roger von Hereford schließlich veröffentlichte eine Übersicht über den damaligen Wissensstand. Dazu beschrieb er in drei Büchern den traditionellen Computus, stellte in einem vierten Buch den natürlichen Computus Gerlands und im fünften die Erkenntnisse der arabischen Astronomie dar. Eine Lösung für den offensichtlich fehlerhaften christlichen Kalender sah er in einer periodischen Anpassung der goldenen Zahl.

TABLE OF CONTENTS

Magister Cunestabulus — Computus — ed. A. Lohr

Reinherus Paderbornensis — Computus emendatus — ed. A. Lohr

Rogerus Herefordensis — Computus — ed. A. Lohr