Book Series Europa Humanistica : Die deutschen Humanisten , vol. 4 (EH 10)

Die deutschen Humanisten. Dokumente zur Überlieferung der antiken und mittelalterlichen Literatur in der Frühen Neuzeit

Abteilung I: Die Kurpfalz; Bd. IV: Hieronymus Commelinus und seine Erben, Balthasar Copius, Lambertus Ludolfus Pithopoeus, Henricus Smetius, Simon Stenius und Friedrich Sylburg

Wilhelm Kühlmann, R.G. Czapla, R. Gruhl, Volker Hartmann

  • Pages: 722 p.
  • Size:155 x 240 mm
  • Language(s):German, Latin, Greek
  • Publication Year:2013

  • € 115,00 EXCL. VAT RETAIL PRICE
  • ISBN: 978-2-503-54648-3
  • Hardback
  • Available


Mit dem vorliegenden vierten Band zum Humanismus in der Kurpfalz wird erstmals der Beitrag des Verlagswesens zur Antikerezeption in der Frühen Neuzeit, insbesondere zur Gräzistik, seiner Bedeutung angemessen dargestellt.

Review(s)

"Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen, dass die Herausgabe des vorliegenden Bandes wegen der durch ihn vermittelten wichtigen Informationen und Texte auf jeden Fall höchste Anerkennung verdient. Man darf mit Spannung den Abschluss des geradezu gigantischen Projekts erwarten." (Niklas Holzberg, in: Zeitschrift für deutsche Altertum und deutsche Literatur, Band 143, Heft 4, 2014, p. 513-516)

Summary

Mit dem vorliegenden vierten Band zum Humanismus in der Kurpfalz wird erstmals der Beitrag des Verlagswesens zur Antikerezeption in der Frühen Neuzeit, insbesondere zur Gräzistik, seiner Bedeutung angemessen dargestellt. Hieronymus Commelinus (ca. 1550-1597) regte nicht nur unermüdlich Publikationen an, die er in seiner Offizin druckte, sondern war auch selbst ein produktiver Editor. Er gab u.a. die 1595 Akten des Konzils von Ephesos (431) heraus und kompilierte aus verschiedenen Historikern eine 1587 gedruckte Gesamtdarstellung der englischen Geschichte von der ausgehenden Spätantike bis zum Hundertjährigen Krieg (1337-1453). Sein Lektor Friedrich Sylburg (1536-1596) machte sich um zahlreiche vor allem griechische Autoren verdient. Noch für den bedeutenden reformierten Verleger Andreas Wechel in Frankfurt am Main tätig, veröffentlichte er 1584 bis 1587 eine elfbändige Werkausgabe des Aristoteles und diverser Philosophen der peripatetischen Schule sowie 1588 bis 1589 eine aus zahlreichen lateinischen und griechischen Autoren zusammengestellte Historia Romana in drei Bänden. In die Heidelberger Zeit fallen Editionen patristischen Schrifttums, aber auch eine gemeinsam mit Commelinus erarbeitete Sammlung mittelalterlicher Quellen zum Islam (1595). Simon Stenius (1539-1619) bemühte sich besonders um die Vermittlung des Kirchenvaters Basileios. Vor allem als Erläuterer des Horaz trat Lambertus Ludolfus Pithopoeus (1535-1596) hervor. Der Prediger Balthasar Copius (ca. 1530-1600) wirkte u.a. als Vermittler des Heidelberger Katechismus in die Niederlande während der Zeit vor dessen Annahme als reformierte Bekenntnisschrift durch die Synode von Dordrecht (1618-1619). Mit dem jahrhundertelang in ganz Europa verbreiteten metrischen Lexikon Prosodia (1599) des Henricus Smetius (1537-1614) wird außerdem das erfolgreichste Werk in der Geschichte des kurpfälzischen Humanismus vorgestellt.