Book Series Europa Humanistica : Die deutschen Humanisten , vol. 3 (EH 9)

Die deutschen Humanisten. Dokumente zur Überlieferung der antiken und mittelalterlichen Literatur in der Frühen Neuzeit

Abteilung I: Die Kurpfalz; Bd. III: Jacob Micyllus, Johannes Posthius, Johannes Opsopoeus und Abraham Scultetus

Wilhelm Kühlmann, Volker Hartmann, Susann El Kholi, Björn Spiekermann

  • Pages: 654 p.
  • Size:155 x 240 mm
  • Language(s):German, Latin, Greek
  • Publication Year:2011

  • € 45,00 EXCL. VAT RETAIL PRICE
  • ISBN: 978-2-503-53330-8
  • Hardback
  • Available


Summary

Der dritte Band zum kurpfälzischen Humanismus innerhalb der Reihe „Europa Humanistica“ versammelt vier Autoren von unterschiedlichem editorischem Profil. Jacobus Micyllus (1503-1558), der bedeutende neulateinische Lyriker und Reformator der Universität Heidelberg, wird hier erstmals ausführlich als Philologe vorgestellt. Seine Ovid-Ausgabe (1543), zu der er als Vorarbeit Quellenwerke der antiken Mythologie publizierte, war zwei Jahrhunderte lang ein europaweiter Bestseller. Er übertrag die in der Ausgabe des Erasmus von Rotterdam fehlenden Schriften Lucians ins Lateinische, wobei er den Autor gegen den Vorwurf der Sittenlosigkeit verteidigte. Aus Micyllus’ Feder stammen auch die ersten deutschen Übersetzungen von Teilen des Livius und des gesamten historischen Werks von Tacitus. Johannes Posthius (1537-1597) und Johannes Opsopoeus (1556-1596) vertreten bei unterschiedlichen Schwerpunkten den Typus des Arzt-Philologen. Ersterer, auch als Dichter bekannt, vermittelte nicht nur das Werk des ägyptischen Mediziners Isaacus Iudaeus (9./10. Jahrhundert), sondern popularisierte auch die Werke Äsops und Ovids. Letzterer veröffentlichte u.a. eine Hippokrates-Ausgabe und argumentierte – wohl als erster –  für die größtenteils nachchristliche Entstehung der „Oracula Sibyllina“. Wissenschaftliches Neuland wird zum größten Teil mit der Präsentation des Abraham Scultetus (1566-1622) beschritten. Der wegen seiner politisch fatalen Rolle als Heidelberger Hofprediger bekannte Theologe gewinnt hier erstmals klare Konturen als überaus produktiver Exeget, Übersetzer und Editor. Besonderer Bedeutung kommt seiner „Medulla patrum“ zu, einem Grundlagenwerk reformierter Kirchenväterforschung und -kritik.