Die Zeitgenossen
Augustinus (354–430) und Hieronymus (um 347–419/420) sind
sich persönlich nie begegnet, standen jedoch 25 Jahre lang brieflich in
Kontakt miteinander. 18 von (mindestens) 26 Briefen sind erhalten und
werden hier erstmals gesammelt in deutscher Übersetzung mit
ausführlicher Einleitung und Erläuterungen präsentiert. Reiz und
Lebendigkeit dieser Korrespondenz ergeben sich aus den höchst
unterschiedlichen charakterlichen und theologischen Mentalitäten der
Briefpartner. Hieronymus reagierte gereizt und aggressiv auf kritische
Anfragen, Augustinus kostete es viel Mühe, das sich anbahnende
Zerwürfnis sensibel und geschickt zu verhindern. Inhaltlich geht es um
eine breite Palette in der Alten Kirche wichtiger Themen, unter anderem
um die Bibelübersetzungen des Hieronymus, um die Herkunft der Seele des
Menschen im Zusammenhang mit der Erbsündenlehre Augustins und vor allem
um die exegetische Frage, ob die berühmte Auseinandersetzung zwischen
Paulus und Petrus in Antiochia (Gal 2,11–14) ein echter oder ein
fingierter Streit gewesen sei. Zusammen mit den persönlichen Querelen
eröffnet die kontroverse Debatte über den Apostelstreit paradigmatische
Einsichten in den christlich-kirchlichen Umgang mit Dissens und
Konflikt.
"The two slim
volumes are a treasure: they print the complete correspondence between
Augustine and Jerome in Latin and German, and the edition includes
bibliography, notes to the translation, and several indexes. (...) The
result is an excellent scholarly resource of abiding value."
(International Review of Biblical Studies, vol.50:2003/04,
2242)
"Duch die
ausführliche Präsentation mit Text und Übersetzung sowie sehr
reichhaltiger Kommentierung wird die Korrespondenz zum erstenmal
richtig erschlossen. Die Übersetzung bietet eine Kombination von
Flüssigkeit und Genauigkeit, die auch den gelungenen Rekurs auf die
heutige Alltagssprache nicht scheut. (...) Der Kommentar in den
Fußnoten erschließt dem Leser in bewundernswerter Fülle die Feinheiten
einer Zitat und Anspielung souverän einsetzenden literarischen
Hochkultur. Damit wird die Korrespondenz auf für den akademischen
Unterricht bequem zugänglich und handhabbar – man könnte sich
vorstellen, Studierenden eine Einführung in Augustin und Hieronymus
anhand dieser Briefe zu geben. Kurzum: Die beiden Bände sind eine
rundum verdienstvolle wissenschaftliche Leistung." (W. Löhr in
Jahrbuch für Antike und Christentum, Jahrgang 46 - 2003, S.
182-186)