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Monumenta Aegyptiaca (MONAEG 16)
D. Bröckelmann
Die Abydosfahrt in den altägyptischen Privatgräbern
Eine ikonographische Untersuchung ihrer Darstellung bis zum Ende der 18. Dynastie

approx. 450 p., 220 x 280 mm
ISBN: 978-2-503-52518-1
Languages: German
PaperbackPaperback
The publication is in production.The publication is in production. (04/2018)
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Die „Abydosfahrt“ gehört zu den wichtigsten bildlichen Wiedergaben einer Schiffsfahrt aus dem Alten Ägypten. Dargestellt ist sie in den Grabmonumenten der gesellschaftlichen Elite, die in Unterscheidung von königlichen Anlagen gemeinhin „Privatgräber“ genannt werden. Vor allem in den Gräbern, die ab dem Mittleren Reich in den Felshängen von Theben-West angelegt wurden, ist die Szene häufig vertreten. Den hieroglyphischen Beischriften läßt sich das Ziel der Reise entnehmen: der heilige Ort Abydos, der mit dem Gott Osiris eng ver­bunden ist. Dort möchte der Grabinhaber an den Prozessionsfesten teilnehmen, in denen die Todesüberwindung des Osiris stets aufs Neue rituell inszeniert wird. Da in den Gräbern auch die Rückkehr aus Abydos zur Nekropole gezeigt wird, ist folglich die von einem Reiseschiff geschleppte Kultbarke mit den Insassen zweimal an der Wand zu sehen.

Ziel der Untersuchung ist die grundlegende Bearbeitung der Darstellungen. Ausgehend von einem Paradigma werden die Kriterien zusammengestellt, die eine Identifikation anhand ikonographischer Merkmale ermöglichen. Darauf basierend kann auch über die Zugehörig­keit schlecht erhaltener Wiedergaben entschieden werden.

Szenen aus dem Alten Reich, die bislang mit der Fahrt nach Abydos in Verbindung ge­bracht wurden, halten einer solchen Einordnung nicht Stand. Die frühesten Belege stammen auf jeden Fall aus dem Mittleren Reich, und zwar – wie hier gezeigt wird – vermutlich bereits aus der 11. Dynastie. Der umfassende Materialbestand aus der 18. Dynastie erlaubt es, für das Neue Reich eine kontinuierliche Entwicklungslinie der Ikone aufzuzeigen. Von der „Abydosfahrt“ zu trennen sind Darstellungen der „Westfahrt“ und der „Fahrt auf dem See“, die in dieser Zeit ebenfalls im funerären Bildzusammenhang auftreten.

Da mit dem Wandel des Grabgedankens ab der 19. Dynastie die Wiedergabe der Fahrt nach Abydos zunehmend seltener wird bzw. deutlichen Veränderungen unterworfen ist, bietet das Ende der 18. Dynastie eine sinnvolle Grenzziehung für die Materialbearbeitung. Bis dahin bilden die Darstellungen eine relativ geschlossene Gruppe, die hier in vier am Szenenaufbau orientierte Typen untergliedert wird.

Schließlich erfahren die bisherigen Deutungsversuche des Fahrtgeschehens eine kri­tische Würdigung. So wird es sich kaum um eine Wallfahrt handeln, die man zu Lebzeiten oder gar postum unternahm. Aber auch ein Statuenritual im Rahmen der Bestattung ist wohl auszuschließen. Die Frage nach einem realen Vollzug läßt sich anhand der Bilder in den Gräbern nicht beantworten – wenn ein solcher überhaupt von Bedeutung war. Kein Zweifel kann jedoch daran bestehen, daß die bildliche Wiedergabe im Grab den Übergang ins Jenseits sichern und die Verbindung des Toten mit den Festriten in Abydos für die Ewigkeit festschreiben sollte. Mittels der Ikone [Abydosfahrt] wird der altägyptische Verstorbene in der Tat das erreicht haben, was er sich so sehr wünschte: seine Unsterblichkeit als „Osiris“ wurde für ihn Wirklichkeit.

Interest Classification:
Classics, Ancient History, Oriental Studies
Ancient history & archaeology: Africa & Asia
Egypt & North Africa
Fine Arts & Performing Arts
Painting

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