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Corpus Christianorum
Raimundus Lullus
Opera latina XXVIII (49-52)
Liber de sancta Maria in Monte Pessulano conscriptus, cui liber de passagio Romae anno MCCXCII compositus necnon breuis notitia operum aliorum incerto tempore ac loco perfectorum adnectuntur

B. Gari, F. Domínguez Reboiras (eds.)
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XXIV+372 p., 155 x 245 mm, 2003
ISBN: 978-2-503-04821-5
Languages: Latin, Spanish
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Retail price: EUR 170,00 excl. tax
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“Denn, wenn unsere Liebe Frau nicht wäre, dann wäre Gott nicht Mensch geworden, und wenn Gott nicht Mensch geworden wäre, hätte er die Welt nicht erschaffen. Denn Gott hat die Welt erschaffen, damit Gott Mensch werden könne“ (Liber de sancta Maria). In diesen Sätzen wird zum Ausdruck gebracht, welche wichtige Rolle Maria in der Gedankenwelt Lulls spielte. Die marianische Frömmigkeit Lulls setzt sich auffällig vom zeitgenössischen Wunderglauben ab, Maria ist nicht bloß Objekt der Fürbitte äußerer Güter, sondern Inbegriff ontologischer und logischer Vollkommenheit. So ist sie konsequenterweise nicht nur Ausgangspunkt der Menschwerdung, sondern auch Ursprung und Weg der gesamten theologischen Reflexion. Das hier edierte Buch ist, wie auch in einem der zahlreichen Titel, die dieses Werk im Laufe der Zeit bekommen hat, ausgedrückt wird, ein Mariale in quaestiones difficiles, also kein Devotionale. Lulls Marienkult ist nicht nur Sublimierung seiner jugendlichen Minnelyrik, er ist auch ein Spiegel seiner ganzen Philosophie, die auf jegliches formales scholastisches Profil verzichtet, um sich in einer katechetisch-missionarischen Sprache ausdrücken zu können. Der Liber de sancta Maria bleibt im gesamten Œuvre Lulls in stilistischer und inhaltlicher Hinsicht einzigartig. Es ist kein Zufall, dass Jacobus Faber Stapulensis dieses Werk aus der Vergessenheit holte und ihm sehr früh durch eine vorbildliche Druckausgabe zu einer großen Verbreitung verhalf. Es ist auch bezeichnend, dass dieser Gelehrte, der in anderen Ausgaben von Werken Lulls den Stil dem Zeitgeschmack anpaßte und korrigierte, bei diesem Werk die ursprüngliche und unmittelbare Sprache Lulls fast unverändert übernahm. Dem hier edierten Text hat die Herausgeberin eine Untersuchung über die Grundlagen des marianischen Diskurses Lulls vorangestellt.

Zusätzlich zu diesem Werk wird in dem vorliegenden Band auch ein vom Umfang her kleineres Beispiel des unermüdlichen literarischen Schaffens Lulls vorgelegt. Mit dem Liber de passagio hat Lull unmittelbar nach dem für die gesamte Christenheit schockierenden Fall von Akkon zu den brennenden politischen Fragen seiner Zeit Stellung genommen. In dieser Bittschrift an Nikolaus IV., den ersten aus dem Franziskanerorden stammenden Papst, nimmt Lull auf sehr originelle Art Stellung zu Fragen des Umgangs mit den anderen Religionen, wobei die Frage nach der Gewaltanwendung nicht ausgeklammert wird. Es ist jedenfalls das erste Werk, in dem Lull den Kreuzzug thematisiert. Gegenüber jedem neuen Papst wird Lull dann jeweils seine aktuelle Sicht der Dinge vorlegen. Diese Werke haben in der Literatur zu Lull in den letzten Jahren für einigen Diskussionsstoff gesorgt. Eine ausführliche Einleitung versucht, die ideengeschichtlichen Voraussetzungen des Liber de passagio vor Augen zu führen und dem originellen Charakter dieser Stellungnahme Lulls in ihrem Kontext Rechnung zu tragen.

Series Branch:
Corpus Christianorum
Corpus Christianorum Medieval Latin Series
Corpus Christianorum Continuatio Mediaevalis
Interest Classification:
Philosophy
Scholastic Philosophy (c. 1200-1500)
Classics, Ancient History, Oriental Studies
Latin literature
Medieval Latin literature

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